Schon- und Jagdzeiten in der BRD nach Bundesländern

(Nordrhein-Westfalen)
Nordrhein-Westfälische Verordnung über die Jagdzeiten vom 22. Dezember 1977 (GVOBl. 1978 S. 4), zuletzt geändert durch Verordnung vom 13. Juli 1992 (GVOBl. S. 284)

Auf Grund der §§ 2 und 21 Abs. 1 und 5 des Landesjagdgesetzes Nordrhein-Westfalen (LJG-NW) vom 26. Mai 1964 (GV. NW. S. 177), zuletzt geändert durch Gesetz vom 18. März 1975 (GV. NW. S. 248), wird nach Anhörung des Landtagsausschusses für Ernährung, Land-, Forst- und Wasserwirtschaft verordnet:

§ 1
(1) Über die in § 2 Abs. 1 Bundesjagdgesetz genannten Tierarten hinaus werden Waschbär und Marderhund zu Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, erklärt.
(2) Die Jagd auf Waschbär und Marderhund ist ganzjährig zulässig.
(3) Die Jagd auf Wildkaninchen ist auch in den Setzzeiten (§ 22 Abs. 4 Satz 2 Bundesjagdgesetz) zulässig.
(4) Soweit die Schonzeit für Ringeltauben zur Vermeidung übermäßiger Wildschäden von der oberen Jagdbehörde aufgehoben worden ist (§ 24 Abs. 2 LJG-NW), ist die Jagd auch in der Brutzeit zulässig (§ 22 Abs. 4 Satz 2 des Bundesjagdgesetzes).


§ 2
Abweichend von der Verordnung über die Jagdzeiten vom 2. April 1977 (BGBl. I S. 531) darf die Jagd ausgeübt werden auf:
  1. Rotwild
    Kälber vom 1. August bis 31. Januar
    Schmalspießer vom 1. September bis 31. Januar
    Schmaltiere vom 1. September bis 31. Januar
  2. Dam- und Sikawild
    Kälber vom 1. September bis 31. Januar
    Schmalspießer vom 1. August bis 31. Januar
    Schmaltiere vom 1. August bis 31. Januar
  3. Rehwild
    Kitze vom 1. September bis 31. Januar
    Schmalrehe vom 16. Mai bis 15. Juni und vom 1. September bis 31. Januar
  4. Schwarzwild vom 1. August bis 31. Januar
    Frischlinge (noch nicht einjährige Stücke) ganzjährig
  5. Feldhasen vom 1. Oktober bis 31. Dezember
  6. Füchse (ausgenommen Jungfüchse) vom 16. Juni bis 28. Februar
  7. Rebhühner vom 16. September bis 15. Dezember
  8. Fasanen vom 16. Oktober bis 15. Januar
  9. Wildtruthähne vom 16. März bis 30. April
  10. Graugänse vom 1. August bis 31. August
  11. Ringeltauben vom 1. August bis 30. April
  12. Türkentauben vom 16. September bis 30. April
  13. Höckerschwäne vom 1. September bis 31. Dezember


§ 3
Unbeschadet der Zuständigkeit der oberen Jagdbehörde, die Schonzeit für bestimmte Gebiete oder einzelne Jagdbezirke nach § 24 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes aufzuheben, sind folgende Tierarten ganzjährig mit der Jagd zu verschonen:
  1. Auer-, Birk- und Rackelhähne
  2. Wildtruthennen
  3. Wildgänse (außer Graugänsen)
  4. Wildenten (außer Stockenten)
  5. Sturmmöwen


§ 4
(1) Abweichend von § 19 Abs. 1 Nr. 18 des Bundesjagdgesetzes ist es verboten,
1. Fasanen in der Zeit vom 1. Juni bis 15. Januar
2. Wildenten in der Zeit vom 1. August bis 15. Januar
auszusetzen.
(2) Die obere Jagdbehörde kann Ausnahmen von Absatz 1 Nr. 1 zulassen, soweit dies zur Prüfung der Brauchbarkeit von Jagdhunden (§ 30 LJG-NW) erforderlich ist. Das Verbot von Absatz 1 Nr. 1 gilt nicht fr Fasanen, die aus verlassenen Gelegen des jeweiligen Jagdbezirks stammen und aufgezogen worden sind.


§ 5
Ordnungswidrig im Sinne des § 55 Abs. 2 Nr. 9 LJG-NW handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 Abs. 1
1. Fasanen in der Zeit vom 1. Juni bis 15. Januar oder
2. Wildenten in der Zeit vom 1. August bis 15. Januar
aussetzt.


§ 6
Diese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft.





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